Glaube ist Musik

Dank Spotify, iTunes und AmazonMusic ist es möglich fast jedes Lied jederzeit abzurufen. Egal ob klassiche Musik, Metal, Hardcore, Jazz, Pop, Rock, Techno, Elektro oder was auch immer es sein mag. Selbst Kinderlieder oder instrumentale Stücke sind verfügbar.
Tatsächlich wird aber ein großer Teil der verfügbaren Musik für dich nicht interessant sein. Vielleicht hörst du dir mal was Neues an. Aber eigentlich hat doch jeder von uns seinen ganz eigenen Geschmack. Der eine mag klassische Musik, der andere Metal und manchmal wohnen solche Menschen in einem Zimmer zusammen (Das hab ich schon erlebt und bin froh keiner der beiden gewesen zu sein 😉).

Das tolle an Musik ist aber, dass auch wenn jeder seinen ganz eigenen Geschmack hat: Jeder hat ein Gefühl dafür, was für ihn schöne Musik ist und was nicht. Jeder hat seine ganz eigenen Vorlieben. Und niemand würde sagen: Ich hasse jede Musik!

Ich denke mir oft: Beim Glauben ist es ganz genau so. Es gibt eine grundsätzliche Definition davon und über in paar wichtige Grundsätze sollte man sich verständigen. Es gibt aber eine große Freiheit wie jeder seinen Glauben leben darf. Aufstehen beim Lobpreis oder sitzen bleiben? Luther 2017, Elberfelder, Hoffnung für alle, Gute Nachricht, Neue Genfer Übersetzung oder die Zürcher Bibel? Herrnhuter Losung lesen oder nicht? Gottesdienst und / oder Hauskreis?

Die Liste könnte noch viel weiter gehen. Herausfordernd finde ich es, dass oft im Glauben über „richtig“ und „falsch“ diskutiert wird. Beim Musikgeschmack habe ich so etwas noch nicht erlebt. Aber wer sagt mir denn was richtiger und was falscher Glaube ist oder bleibt es doch „Geschmacksache“ wie ich meinen Glaube auslebe? Oder sogar sich mein Glaube auslebt?

 

Weitergedacht

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräer 11,1 – Luther 1984)

Lässt sich das nicht mit vielen Facetten des Glaubenslebens vereinbaren?

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KDiL – Schlafen gehen

Ist es nicht seltsam? Niemand von uns schläft einfach ein. Ich hab mal gelesen, dass der Mensch das einzige Lebenwesen sei, dass vorgibt zu schlafen um zu schlafen. Verstehst du was ich meine? Wir legen uns ins Bett, machen es und bequem und die Augen zu. Dann „warten“ wir in Schlafposition bis wir tatsächlich schlafen.

Wir geben vor zu schlafen bis wir schlafen. Ich glaube, dass es in vielen Dingen des Lebens dieses Verhalten ein Beispiel sein kann. Im Englischen gibt es das Sprichwort „dress for the job you want“, also: „kleide dich für den Job, den du willst“. Ich denke es gibt verschiedene Möglichkeiten dieses Prinzip im Glauben zu leben:

  • Vertraue auf Gott, auch wenn es schwierig oder unmöglich scheint.
  • Lobe ihn und sing ihm Lieder, auch wenn dir nicht danach ist.
  • Bete oder plaudere mit Gott, auch wenn es so ausschaut als hättest du nichts zu sagen.

Sicher kann jeder für sich diese Liste weiter führen. Welche Dinge willst du leben, dass sie in Erfüllung gehen?

Ich lade ein beim nächsten Schlafen-Gehen drüber nachzudenken. Schließlich hast du ja noch Zeit bis du einschläfst 😉

Frühstück mit Hindernissen?

Ich bin gerne frühstücken, am liebsten mit Menschen. Jeder hat seine besonderen Frühstücksrituale und -gewohnheiten. Da gibt es viele Entscheidungen zu treffen: Tee oder Kaffee, letzteres schwarz, blond, süß oder eine Kombination? Butter oder Magerine? Süß oder deftig? Marmelade, Nutella oder Honig? Wurst oder Käse? Brot oder Brötchen, mit oder ohne Körner, vielleicht sogar Müsli?

Schnell ergeben sich dabei Gruppe. „Ah, du trinkst deinen Kaffee auch schwarz!“ „Du bist also auch so einer, der Butter unter Nutella streicht.“ „Oh, auch noch Quark auf die Marmelade.“

Wir packen Menschen sehr schnell in Schubladen, nicht nur beim Frühstück. Grundsätzlich macht es das einfacher Situationen abzuschätzen und mit Erwartungen umzugehen.

Es ist völlig normal für uns uns mit gleichgesinnten in Gruppen zusammen zu schließen. Doch leider werden Gruppen oft zur Abgrenzung missbraucht: Die Gruppe gegen Butter unter Nutella. Oder die Gruppe gegen Milch im Kaffee.

Was beim Essen lustig oder zumindest ohne große Probleme verläuft wirkt bei anderen Themen bedrohlich. Die Gruppe gegen Flüchtlinge. Die Gruppe gegen Ausländer. Die Gruppe gegen bestimmte Parteien, Neigungen oder Haltungen. Die schlimmste ist die Gruppe gegen Gruppenbildung.

Ich frage mich manchmal, warum wir uns so häufig in Gruppen gegen etwas zusammen schließen, statt in Gruppen für etwas. Warum braucht es eine Gruppe gegen Milch im Kaffee und nicht für Kaffee oder Frühstück. Braucht es eine Gruppe gegen Ausländer oder eine Gruppe für Menschen (das heißt nicht gegen Tiere!)?

Die Frühstücks-Beispiele wurden natürlich so witzig und offen gehalten, dass sich jeder sein eigenes Bild machen kann. Im Kern ist es glaube ich verständlich um was es geht.

Weitergedacht

Welche Gruppen hat Jesus selbst denn geschaffen? Ist Jesus ausgrenzend gewesen oder hat er sich unter die Ausgegrenzten gemischt?

Die Antwort ist vielleicht auf der Hand, aber ich denk weiter drüber nach. Es lohnt sich!

Happy Little Accidents

Ich weiß nicht, wer von euch Lesern den Fernseh-Maler Bob Ross kennt. Wem dieser Künstler bisher entgangen ist sollte sich unbedingt mal das ein oder andere Video von ihm anschauen (etwas zu ihm und seiner Geschichte gibt´s HIER). Ich bin (seit langer Zeit) mal wieder auf ihn gestoßen, als ich einen Remix seiner besten Sprüche bei Youtube gesehen habe.

Einer seiner berühmten Sätze war: „There are no mistakes, just happy little accidents.“ Ein schöner Satz, der problemlos als Lebensmotto durchgehen könnte. Tatsächlich hat er mich zum Nachdenken gebracht. Niemand wird behaupten können, dass in seinem Leben immer alles nach Plan und ohne Zwischenfehler statt gefunden hat. Es passieren immer wieder Zufälle, Schicksale und andere „happy little accidents“.

Schon vor mehreren Jahren habe ich mich von der Illusion des Zufalls verabschiedet. Es war glaube ich Tobias „Tope“ Reeber, EC-Jugendreferent in der Pfalz, der sinngemäß einmal sagte: „Bei Zufällen fällt uns etwas zu. Also muss es auch jemanden geben, der es fallen lässt.“ Dieser Fallen-Lasser ist Gott. Er hat alles in der Hand und herrscht über Himmel und Erde. Er lässt uns nie fallen, aber er lässt uns Dinge zufallen. Vielleicht verhält es sich ähnlich mit dem Schicksal: Da schickt uns Gott etwas, was wir vielleicht gerade brauchen.

Für manchen nur unnötiges Worte-Auseinander-Nehmen, aber für mich Beschreibung meines Lebens mit Gott. Geprägt und ausgestaltet von Gott, unserem Schöpfer.

Weitergedacht:

Es ist spannend, wenn man in der Bibel mal nach dem Wort Fehler sucht. Die häufigsten Vorkommen finden sich bei den Opfervorschriften: Gott fordert Opfer „ohne Fehler“. Perfekte Tiere, die für ihn geopfert werden sollen.

Gott will aber an keiner Stelle einen Menschen ohne Fehler. Egal ob es um Anbetung oder Leben mit ihm geht. Wir müssen nicht perfekt sein. Können wir auch nicht. Aber Gott ist es. Und durch ihn gewinnt unser Leben, mit all seinen Zu-Fällen und „happy little accidents“ an Qualität.

(Glaubens-)TÜV. Genau. Richtig

Den TÜV kennen fast alle Menschen. Sein Slogan lautet „Genau. Richtig.“ Über sich selbst sagt er: „Anspruch und Leitidee des Konzerns ist die nachhaltige Entwicklung von Sicherheit und Qualität im Zusammenspiel von Mensch, Technik und Umwelt. In 69 Ländern weltweit.“

Ich hab mich gefragt, wie es sich mit dem Glauben verhält. Sollte es da vielleicht nicht auch einen TÜV geben, also eine Instanz oder Organisation, die sich um „Sicherheit und Qualität im Zusammenspiel von Mensch, Gott und Umwelt“ kümmert?

Wäre es nicht super, dass wenn jemand neu in die Gemeinde kommt er sein TÜV-Zertifikat vorzeigen könnte und der Pastor gleich wüsste: Aha, Defizite in der Regelmäßigkeit der Kleingruppen-Besuche. Alles super im Blick auf Lobpreis und diakonischen Lebensstil. Vor 3 Monaten Stille Zeit wieder in Stand gesetzt.

Was hätte das zur Folge? Man wüsste genau wie es um den anderen steht. Es wäre klar, welche Probleme jeder einzelne hat. Es wäre abschreckend. Es wäre ätzend. Es gäbe plötzlich ein richtig und falsch. Ein wahr und unwahr.

Beim Austausch um den Glauben soll es nicht darum gehen jemandem ein schlechtes Gewissen einzureden oder ihm seinen Glauben madig zu machen. Es ist gibt keine Vergleichspunkte oder Messwerte für den Glauben. Es gibt schlichtweg keine Gesetzmäßigkeiten, die etwas über die Qualität des Glaubens aussagen. Ja es gibt keine Qualität des Glaubens. Deshalb gibt es diesen Glaubens-TÜV (Gott sei Dank) nicht.

Das heißt, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Jeder kann machen und tun was er will. Naja fast. Ich glaube, dass Gemeinde und christliche Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag zur Beurteilung meines eigenen Glaubenslebens leisten. Ich habe selbst erfahren, dass manchmal etwas bei mir verändert werden muss. Ich habe erlebt, dass in manche Bereiche meines Lebens eine Änderung notwendig wurde. Nicht weil ich den Vergleich mit anderen hatte, sondern weil in meiner Beziehung zu Gott etwas gefehlt hat.

Das ist aber kein beheben von Mängeln. Es geht mir eher um eine Instandsetzung der Beziehung, die jeder für sich vollzieht oder ein Tuning, dass jeder nach seinen Vorstellungen durchführt. Ganz einfach so, dass es zu jedem Einzelnen passt. Jeder hat seinen ganz eigenen Glauben, geprägt von seiner Biografie, seinem Umfeld und seinen Vorbildern. Deshalb sollte sich jeder die Frage stellen, wie er seinen Glauben lebt. Im besten Falle kann er dann mit Gott Hilfe auf die Frage, wie er seinen eigenen Glauben bewertet sagen: „Genau. Richtig.“

Und wenn das nicht der Fall ist, selbst drauf schauen und beten: Was Kann ich ändern?

Weitergedacht

„Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“
(Johannes 6,35)

Glaube macht satt. Vielleicht ist es mit dem Glauben tatsächlich wie mit Hunger und Durst. Da gibt es verschiedene Speisen und verschiedene Geschmäcker. Beim Glauben geht es nicht um ein „ich such mir das beste raus“. Es geht um satt werden. Da gibt es kein richtig oder falsch im Blick auf satt, aber im Blick auf Geschmäcker schon. Das ist ein anderes Thema. Vielleicht kommt es noch… 😉
Bist du heute schon satt geworden oder dürstet es dich noch?

Empfehlung: OvercastFM

Overcast FM: Was ist das?

Overcast FM ist eine einfache Podcast-App (iOS-App) und gleichzeitig eine WebSite (https://overcast.fm), die miteinander verknüpft sind und so die Möglichkeit bieten Podcasts auf Smartphone, Tablet und Computer zu hören. Alles (auch aktueller Stand innerhalb der Podcastfolge) wird mit einem Account synchronisiert.

Was ich an OvercastFM mag:

Eine Podcast-App muss eigentlich nicht viel können. Aber ein paar nette Features unterscheiden eine normalen Podcast-App von einer guten:

Einfache Bedienung in schlankem Design (inklusive Darkmode), SmartSpeed (Stille automatisch kürzen während dem Hören) und VoiceBoost (Sprachverstärkung) für jeden Podcast individuell einstellbar, einfache Möglichkeit die Podcast-Notizen anzeigen zu lassen und Herunterladen neuer Folgen und Synchronisation im Hintergrund.

Jeder der auf der Suche nach einer Podcast-App ist sollte sich OvercastFM auf jeden Fall anschauen. Wer interessiert ist, aber mit Podcasts noch wenig anfangen kann, kann sich hier eine kleine Empfehlung von mir anschauen. Vielleicht ist ja was für euch dabei:

Podcastsempfehlungen:

Ich hab keine Zeit!

Viel zu oft höre ich diesen Satz. Ich selbst versuche schon lange ihn aus meinem Sprachjargon zu vertreiben. Warum ist ganz einfach: Ich habe nicht mehr oder weniger Zeit als jeder andere Mensch. In der Regel 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 12 Monate oder 365 Tage (mit Ausnahmen) im Jahr.

„Ich hab keine Zeit!“ ist zur Lüge und großen Ausrede geworden. Deshalb: Weg damit! Lüge deshalb, weil, wie gesagt, jeder gleich viel Zeit hat. Ausrede, weil man nicht zugeben will, dass man etwas anderes lieber macht. Ich denke, dass es schwer fällt sich bewusst gegen etwas zu entscheiden. Ich denke, dass es wichtig ist zu einer Entscheidung zu stehen. Jede Entscheidung für etwas ist auch eine Entscheidung gegen alles andere. 

Wenn wir ehrlich zu uns und anderen sein wollen müssen wir unsere Sprechweise ändern. Es sollte heißen: „Ich habe dafür keine Zeit!“. Zeit haben wir alle, aber wofür wir sie einsetzen kann den wichtigen Unterschied machen. Es gibt viele Optionen, Angebote und Alternativen wie und mit was wir unsere Zeit verbringen. Aber alles gleichzeitig geht nicht. Wir müssen uns entscheiden und dann auch zu dieser Entscheidung stehen. Wir müssen und für etwas entscheiden und dann auch ehrlich sagen: „Für etwas anderes habe ich keine Zeit.“

Weitergedacht

Eines meiner Lieblingskapitel der Bibel ist Prediger 3. Dort geht es genau um dieses Thema: Alles hat seine Zeit, alles gehört zum Leben dazu. Das Lesen der Verse 1-8 macht mir bewusst, dass das Leben aus sehr viel besteht. Sogar aus mehr als ich mir Wünsche oder aussuchen würde. 

Empfehlung

Eine Empfehlung zum Thema „Zeit“ und „Zeitmanagement“ ist der TEDtalk von Laura Vanderkam. Sie berichtet darin unter anderem über die Problmatik, dass für Unvergessenes wie einen Wasserrohrbruch, Zeit da ist, die sonst nicht zur Verfügung für andere Sachen gestanden hätte. Ein Reinschauen lohnt sich.

YouTube: TEDtalk von Laura Vanderkam – How to geht Control of your freetime